Verkehrssituation am Herseler Knoten mit Priorität gemeinsam lösen

In die Diskussion um die Verkehrssituation an der Kreuzung Roisdorfer Straße (L 118), Elbestraße (L 300) und Moselstraße in Verbindung mit der Stadtbahnlinie 16 hat sich der stellvertretende Bürgermeister Frank W. Krüger (SPD) eingeschaltet. „Wir haben hier eine schwierige Gemengelage eines Kreuzungsbereichs zweier Landstraßen, der Bahnlinie 16 sowie der Anbindung der Rheinorte an den überörtlichen Verkehr.“

„Den immer wieder vorgetragenen Vorschlag der SPD für eine andere Routenführung der L300 mit einer Kreuzung der Bahnlinie an anderer Stelle, wollte bisher niemand hören, geschweige denn folgen“, führt Krüger, zugleich Herseler Ratsmitglied, weiter aus. Wenn es jetzt hier ein neues Denken auch in diese Richtung gibt, ist das nur zu begrüßen und findet die Unterstützung der SPD.

Könnte man völlig neu planen würde die Landstraße 300 auf der anderen Bahnseite verlaufen oder die Kreuzung würde auf zwei Ebenen verlaufen mit einer Unter- und einer Überführung. Dies ist jedoch bei laufendem Verkehr – und bei den inzwischen vorhandenen Verkehrsmengen – gar nicht zu realisieren.

Die Idee, den Bahnverkehr tiefer zu legen und von Buschdorf auf tiefer Ebene weiterzuführen, ließe sich nur realisieren, wenn der tägliche Verkehr während der Baumaßnahmen umgeleitet werden könnte. Oder es müsste ein Schienenersatzverkehr realisiert werden, und das für viele Monate Bauzeit. Die L300 tiefer zu legen, würde aufgrund der kurzen Wegstrecke den Ort Hersel von der Verkehrsverbindung abschneiden, weil das Gefälle sonst zu groß wäre, beschreibt Frank W. Krüger die Situation.

Immer wieder wurde auf die überörtlichen Verkehrszuständigkeiten beim Landesbetrieb Straßenbau und bei der HGK (Häfen- und Gütergesellschaft Köln als Betreiber der Bahnstrecke) verwiesen, erinnert sich Fraktionsvorsitzender Wilfried Hanft Außerdem wurde bereits im Jahr 2014 auf die veralterte Technik der Bahnsignalsteuerung hingewiesen, passiert ist nichts. Selbst die Ausstattung der Ampelschaltung mit neuem technischen Stand für den Individualverkehr wurde immer wieder hinausgezögert mit dem Verweis auf leere Kassen.

„Der innerörtliche Verkehr ist für Bornheim gar nicht das Problem“, ist sich Krüger sicher. „Das Problem ist die Gesamtverkehrssituation im Großraum Bonn/Rhein-Sieg. Deshalb brauchen wir hier eine interkommunale Zusammenarbeit und besonders das Land Nordrhein-Westfalen, damit eine Finanzierung für die notwendigen Maßnahmen sichergestellt werden kann.

Dass eine neue Querung der Bahnlinie in Richtung Bonn liegen sollte, ist nur folgerichtig. Denn der meiste Verkehr, der in Hersel zu den bekannten Problemen führt, kommt aus Bonn. Krüger: „Wir brauchen eine neue Straßenführung für den überörtlichen Verkehr, wahrscheinlich nicht nur für eine Übergangszeit, sondern als dauerhafte und zukunftsweisende Lösung.“

Deshalb wurde im breiten Konsens im Stadtentwicklungsausschuss ein Auftrag beschlossen, der entsprechende Verhandlungen mit dem Landesbetrieb Straßen und der HGK vorsieht. Darüber hinaus wurde eine Verbesserung des Bahnverkehrs auf der Linie 16 beschlossen, der mehr bisherige Autofahrer auf die Schien bringen kann. Das allein reicht aber nicht.

Für den in jedem Fall weiter bestehenden Bahnkreuzungsbereich ist eine neue Ampelschaltung erforderlich, die auch die Schließzeiten der Schranken so kurz wie möglich hält, ohne die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

Zukunftsweisende Verkehrslösungen müssen jedoch viel mehr als bisher im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs und durch zusätzliche Attraktivität für den Fahrradverkehr gesucht/geschaffen werden. Der trotzdem notwendige Autoverkehr muss aber auch fließen können.

Nicht die einen Verkehrsteilnehmer gegen die anderen Ausspielen, sondern für alle eine Gesamtlösung finden, ist die Devise der Sozialdemokraten.

Wir werden nicht zulassen, dass die anderen Verantwortlichen den Kopf in den Sand stecken. Es gilt gemeinsam Lösungen zu schaffen, und zwar ab sofort. Deshalb ist jetzt ein Vorgehen mit Besonnenheit und Beharrlichkeit gefragt“, unterstreicht der Herseler Ratsvertreter.

Wilfried Hanft warnt allerdings davor, eine Erwartungshaltung zu schüren die das schnelle Wunder in den Vordergrund stellt. „Die Landesregierung und die aktuelle Koalition haben schon viele Lösungen von Verkehrsproblemen versprochen, allein verbessert hat sich noch gar nichts. Es wird darauf ankommen das nötige Geld aus dem Land nach Bornheim zu holen, um hier Prioritäten zu bilden, möglicherweise mit dem Effekt, dass andere Projekte im Land erst später zu realisieren zu realisieren sind. Dies verdeutlicht die Schwierigkeit und die Dimension dieses Projekts.“